Integration von Willkommensschülern und -schülerinnen

00 pdaf„Gemeinsames Kochen und gemeinsames Lernen“

Auf dem Herd stehen Töpfe und Pfannen, es kocht und zischt und blubbert. Junge Männer und Frauen rennen geschäftig in der Küche herum, drängeln sich an den Herden, schälen, schneiden und rühren hoch motiviert. Sie unterhalten sich in einem Mix aus Englisch, Französisch, Deutsch und Arabisch:

„Wo sind die Chilis?“– „Habt ihr auch Zuckerrohr bekommen?“

Die Kochkünstler stammen aus Afghanistan, Kamerun, Guinea, Libanon, Vietnam, Tschetschenien und sind vor Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung nach Deutschland geflohen.

Ab dem Schuljahr 2015/16 sind an unserer Schule sogenannte Willkommensklassen angekommen. Schüler und Schülerinnen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern, die in unserem Schulalltag integriert werden sollen. Wie können sie sich besser kennenlernen, Vorurteile abbauen, Interesse füreinander entwickeln und sich bei uns ein bisschen zu Hause fühlen? Bei diesen Überlegungen kam uns die Idee, ein Projekt zu starten mit dem Thema „gemeinsames Kochen, gemeinsames Lernen“, und damit den Schwerpunkt Inklusion und Integration an unserer Schule praktisch umzusetzen.

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In diesem Projekt plant und kocht unsere Willkommensklasse mit Schülerinnen und Schülern aus unseren Sozialassistentenklassen im 2. Ausbildungsjahr. Dabei kommen junge Menschen aus unterschiedlichen Ländern mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen zusammen und gestalten ein gemeinsames Essen.

Es sollen dabei Gerichte aus den Herkunftsländern der Asylsuchenden auf den Tisch kommen. Für ein bestimmtes Rezept finden sich dann Flüchtlinge aus einer ganz bestimmten Region zusammen, die dann auch für das Gericht verantwortlich sind und in der Küche die Arbeitsorganisation übernehmen.

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Bei diesem gemeinsamen Tun kommen die Schüler und Schülerinnen ins Gespräch, denn Vorurteile können am besten durch persönliche Begegnungen abgebaut werden. Außerdem finden Menschen über das Essen schneller zueinander und oft auftretende Sprachschwierigkeiten können dabei leichter überwunden werden. Und wenn unsere Schülerinnen und Schüler beim gemeinsamen Essen noch deren Geschichte kennenlernen, ist der Grundstein für weitere Begegnungen und mehr Offenheit gegenüber den Flüchtlingen gelegt.

Wolpert/Lackner

 

 

Bildnachweis:
© 2016 Wolpert/Lackner, August-Sander-Schule

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