Gartenarbeitsschule Friedrichshain-Kreuzberg

2020 06 gas corona sCorona 1 Das Paradies ist abge­schlossen.

Natur ist für uns Menschen Bedürfnis und von existenzieller Bedeutung.

Mehrfach in der Woche besucht Frau Rüther, Keramikkünstlerin aus dem Kiez in unserer Nachbarschaft, seit Jahren die Gartenarbeitsschule Friedrichshain-Kreuzberg/Schulfarm August-Sander-Schule als Quelle ihrer Inspiration, wie sie selbst es immer sagt.

Sie ist der „Oase im Häusermeer“ sehr zugetan, im naturbezogenen wie im künstlerischen Sinne.

In einem gemeinsamen Projekt „Natur und Kunst“ hat sie mit den Pädagoginnen und Pädagogen der Einrichtung, den Kindern der Gastkitas und -schulen sowie den Schülerinnen und Schülern am Standort die Symbiose zwischen Natur und Kunst gesucht. Die Natur durch das Zeichnen und Malen in Farbe und Form erfassen, deren Schönheit nachempfinden und in der eigenen Sicht und Wahrnehmung erleben, begreifen und gestalten.

Mit Schülerinnen und Schülern der Emanuel-Lasker-Oberschule im Kiez hat Sie das Krokodil der Schulfarm als Modell gefunden und in der Mensa der Lasker-Schule als Wandmalerei verewigt. Sie selbst sammelt im Garten immer wieder Motive von Mohn, Holunder, Hagebutten als Vorlage für ihre Keramikdekors.

Im Februar diesen Jahres kam Corona und die „Oase“ musste für Wochen geschlossen werden. Frau Rüther wollte im April die Apfelblüte in der Obstanlage im Hühnergehege malen und war sehr enttäuscht, dass ihr der Zugang verwehrt wurde. Von außen durch die zwei Zäune die Apfelbäume malen, das geht doch nicht, sagte sie. Aber sie entschied sich für einen Versuch und baute ihre Staffelei auf dem Gehweg der Corinthstr. auf und begann mit dem Malen.

Das Ergebnis ist das Gemälde Corona 1 mit dem Titel „Das Paradies ist abgeschlossen. Die Quelle allen Lebens aber fließt immer.“

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Sie hat bei dieser Arbeit das Malen für sich entdeckt und wie durch eine positive, zugewandte Lebenshaltung aus einer Grenzen setzenden Lebenssituation ein positiver, schaffender Prozess gewachsen ist. Am Gartenzaun trafen die Bewohner auf die Kunst und den Garten gleichermaßen und suchten das Gespräch mit der Künstlerin, wie sie später erzählte. Die blühenden Apfelbäume und die Hühner der Schulfarm brachten die Bewohnerinnen und Bewohner in der Nachbarschaft näher.

Frau Rüther ist weiterhin als Botschafterin für den Lehr- und Lernort der Gartenarbeitsschule/Schulfarm aktiv.

Danke für die Teilhabe an der künstlerischen Interpretation des Natur- und Schulstandortes!

Das Gartenteam der Gartenarbeitsschule Friedrichshain-Kreuzberg/Schulfarm August-Sander-Schule

 

Bilder von Kindern der Kita Helenenhof

Die kleinen Nachwuchskünstler/-innen der Kita Helenenhof aus der Gryphiusstraße in Berlin-Friedrichshain haben auch vor Corona unsere Hühner in der Gartenarbeitsschule Friedrichshain-Kreuzberg/Schulfarm ASS gemalt. Sie sind Vorschulkinder in einer der Dauergastgruppen, die wöchentlich in die GAS kommen und ganzjährig an den Umwelt- und Naturangeboten vor Ort teilnehmen und mit Ihrer Erzieherin Gabriele Hartmann hier auch ein eigenes Beet pflegen.

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Sylvia Weber
Leiterin der Gartenarbeitsschule Friedrichshain-Kreuzberg

 

 

Bildnachweis:
© 2020 Cornelia Rüther (1) und Kinder der Kita Helenenhof (4), August-Sander-Schule