08c-2013-vicenza-257Auslandspraktika 2013

Vicenza – die zweite Hälfte

Montag, 18.03.2013

Die dritte Woche stand ganz im Zeichen der Praktika. Alle Schüler/-innen waren nun in ihren Betrieben angekommen und standen vor den Anforderungen des beruflichen Alltags. Nebenbei mussten auch andere Hürden gemeistert werden, wie beispielsweise Erkrankungen, bürokratische Hürden beim Arbeitseinsatz oder schwierige Wege (als Berliner/-in ist man ja doch irgendwie von der BVG verwöhnt).

Bei vermehrt auftretenden „Frühlingserkrankungen" und einem Notfall, der sogar in der Notaufnahme des städtischen Krankenhaus landen musste, waren Frau Otten und das Durchhaltevermögen der Betroffenen sehr gefordert. 07s-2013-vicenza-251Aber alles kein Beinbruch, die Hilfesysteme funktionierten und niemand musste abbrechen oder längere Zeit im Praktikum ausfallen.

Außerdem wurden natürlich auch kulturelle Angebote wahrgenommen und gemeinsam Freizeit verbracht; allem voran gab es einen Tagesausflug nach Venedig, der alle restlos begeisterte. Es wurde fröhlich und ausgelassen flaniert, gestaunt und geshoppt.

Samstag, 23.03.2013

Der Abschied von Vicenza und den kennengelernten Menschen rückt näher und die letzte Woche unseres Abenteuers verging wie im Flug. Es musste gepackt und organisiert werden, die letzten Souvenirs wurden gekauft und die Heimkehr zu den Lieben zuhause immer aufgeregter erwartet.

Gleichzeitig aber wurde auch Abschiedsschmerz bemerkbar, so manch einer wäre am Ende gerne noch länger dort geblieben. Immerhin hatte man sich nicht nur eingelebt, sondern auch einige nette Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen.

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Nach dem Venedig-Besuch Abschiedsabend in Vicenza

Am vorletzten Abend spendierte dann unser italienischer Kooperationspartner Euro Cultura einen Abschiedsabend in einer typischen Pizzeria mit leckerer Verpflegung und persönlichen Gesprächen.

Auch darin wurde schon deutlich, wie sehr die Teilnehmer/-innen von den beruflichen Erfahrungen in den Betrieben profitieren konnten:
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Zum Beispiel Felipe, der sein Praktikum als „Metalmeccanico" in einer auch künstlerisch ausgerichteten Metallwerkstatt Busato S.r.l. di Cecchetto Davide verbrachte und hier an einem sehr ausgefallenen Projekt teilhaben konnte. Ein Privatmann hatte eine Konstruktion bestellt, die in einer riesigen Ein-Raum-Wohnung die einzelnen Wohnbereiche voneinander abgrenzen sollte.

So entstand ein großer rechteckiger Metallwürfel, in dessen Wänden sich zusätzliche Schränke integrieren lassen und dessen Innenraum später die Küche beinhalten soll. Hier war es besonders spannend, neben den Arbeitsschritten der Herstellung auch den Planungsprozess mitzubekommen.

Oder auch Patricia und Anja, die in dem Städtischen Kindergarten Asilo Nido Via Rossini in den Bereichen Kinderbetreuung bzw. Küche arbeiten konnten. Neben interessanten Eindrücken der Organisation im Vergleich zu deutschen Betrieben, konnte vor allem Patricia in der Arbeit mit den Kindern lustige und effektive Spracherfahrungen sammeln. Die Kinder natürlich auch, sie konnten sich wohl gegen Ende sogar auf Deutsch von ihrer Patricia verabschieden. 

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Patricia und Anja im Kindergarten   Domenic in der Volvo-Werkstatt   Christian im Supermarkt Unicomm

 

Abschlussbetrachtung

Mittlerweile sind alle wieder gesund und munter in der Heimat angekommen und die Auswertungs- und Nachbereitungsphase hat begonnen. Diese beinhaltet sowohl Gruppengespräche unter den Schüler/-innen, unter den Lehrkräften und den Organisatorinnen sowie Einzelgespräche der Schüler/-innen mit Berufsberaterinnen.

In vielen persönlichen Gesprächen und im Rahmen der Treffen bei WeTeK auf dem Pfefferberg wurde der Eindruck der Lehrkräfte bestätigt: Dieses Abenteuer hat allen Teilnehmenden eine Menge gebracht, und sie sind froh, dabeigewesen zu sein. Die persönliche Entwicklung hat einen großen Sprung gemacht und nicht zuletzt hinsichtlich der beruflichen Orientierung haben sich den Teilnehmenden neue Perspektiven erschlossen. Auch der Vergleich von beruflichen Strukturen eines anderen europäischen Landes hat zu etlichen neuen Erkenntnissen geführt und bei einigen auch dazu beigetragen, deutsche Systeme wie beispielsweise die duale Ausbildung neu wertzuschätzen.

Insgesamt lässt sich also ein weiteres Mal konstatieren, wie komplex und anspruchsvoll (auch von Seiten der betreuenden Lehrkräfte) so ein Projekt ist, und wie sehr es sich aber auszahlt im Rahmen des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags und im Sinne einer ganzheitlichen Entwicklung junger Menschen.

Diese Erfahrung soll den BQ-Schüler/-innen jedes Jahr ermöglicht werden und einige Schwierigkeiten werden sicher in der nächsten Runde mithilfe unser aller Erfahrungen abgemildert werden können. Wir blicken schon freudig auf die Weiterführung der Auslandspraktika 2014!

Tanja Kunzmann

 

Download

Praktikum in Vicenza (Präsentation als PDF)

 

Bildnachweis

© 2013 Ursula Otten, Tanja Kunzmann, August-Sander-Schule

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