Eine Erfahrung fürs Leben

01s alpAuslandspraktikum der Sozialassistenz

Fünf Schülerinnen der SozAss 15-2 waren im Mai/Juni 2016 in Island und in den Niederlanden.

Im November 2015 war es das erste Mal soweit: Neun Schülerinnen der SozAss 14-1 und 14-2 machten sich auf, ein fünfwöchiges Praktikum im Ausland zu absolvieren. Island, Finnland und Großbritannien standen zur Auswahl.

Entstanden ist dieses Projekt in Zusammenarbeit mit dem Ludwig-Wolker-Haus, einer katholischen Einrichtung, die gute Erfahrungen mit der Mobilität von Jugendlichen hat. Frau Krekeler-Koch unterstützte in allen Belangen die Durchführung dieses Projektes.

In Vorbereitungskursen zur Landeskunde, einem Wochenende außerhalb der Stadt und durch Online-Sprachkurse wurden die Schülerinnen fit gemacht für diese große Herausforderung.

Und dann ging’s los: In Begleitung von Fr. Handschug, Hr. Asmus und Fr. Reppe wurden die Schülerinnen die ersten Tage ins jeweilige Land begleitet und vor Ort herzlichst in Empfang genommen.

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Bereits am zweiten Tag wurden die Einrichtungen – Kindergärten – besucht, Einsatz und Arbeitszeiten abgesprochen, Arbeitswege und Einkaufsmöglichkeiten erkundet. Denn nun hieß es, allein klar zu kommen – in einer anderen Welt, mit anderer Sprache, ohne Rückhalt von Familie und Freunden. Während die „Briten“ von Zeit und Wetter und Lebensbedingungen kaum Veränderungen hatten, hieß es für die „Finnen“ allein im Hostel zu leben, mehr Natur als Großstadt zu haben und für die „Isländer“ gab es wenig Helligkeit, dafür aber viel Schnee zu bewältigen.

Sprachbarrieren hatten anfänglich alle, aber durch angebotene Sprachkurse und natürlich Gestik und Mimik wurde eine Verständigung mit den Kindern schnell möglich. Sie waren es auch, die den Schülerinnen sehr schnell die Landessprache beibrachten.

Zurück in Deutschland waren sich alle einig: Das war eine Herausforderung, die sie nicht missen möchten.

„Das Praktikum war wunderschön, obwohl ich anfangs erst alles aussichtslos fand, weil ich die Sprache nicht verstand [...] aber ich glaube, einfach mal herauszufinden, wie weit man eigentlich kommt allein und wie stark man eigentlich ist, kann man nur so herausfinden. Deswegen würde ich anderen sagen: Wenn ich es geschafft habe, schaffst du es auch!“ (Meike)

„Meine Zeit in Finnland war sehr aufregend, da ich das erste Mal ganz allein von zuhause weg war [...] Alle haben uns so herzlich und nett aufgenommen, dass ich mich direkt wohl gefühlt habe [...] Mein Fazit ist, dass es sich auf jeden Fall lohnt und durch diese herzlichen Leute um uns herum, waren fünf Wochen wie im Flug vorbei.“ (Melissa)

Ende Mai 2016 konnte die zweite Gruppe – fünf Schülerinnen der SozAss 15-2 - diese Erfahrung machen. Diesmal ging es nach Island und in die Niederlande.

Für die „Isländer“ hieß es diesmal: sechs Stunden Busfahrt von Reykjavik nach Akureyri.

„Ein erster Gedanke bei der sechsstündigen Busfahrt vom Flughafen zu unserer Unterkunft war: Die Natur hat sich hier durchgesetzt! Damit meine ich, dass die Landschaft so gut wie unberührt ist. Die Berge und Wasserfälle sahen wie gemalt aus! Ich war jeden Abend aufs Neue erstaunt, dass die Sonne niemals richtig untergegangen ist, es war 24 Stunden hell!“ (Isabelle)

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Die „Holländer“ waren natürlich aufs Fahrrad angewiesen, zumal, wenn man in mehreren Einrichtungen eingesetzt war.

Alle Schülerinnen stellten fest, dass die Arbeit im Kindergarten viel ruhiger abläuft als in Deutschland. Der Respekt gegenüber den Erzieher/-innen ist wesentlich stärker ausgeprägt, die Atmosphäre sei „tiefenentspannt“.

Neben den Erfahrungen im pädagogischen Umgang mit Kindern wurden vor allem auch die erhöhte Selbstständigkeit, das Entwickeln eines selbstbewussteren Auftretens, der Umgang mit Finanzen, das Wiederentdecken der Natur und natürlich die Sprache als größter Nutzen dieses Projektes genannt.

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„Das Auslandspraktikum in Dordrecht (Südholland) war super, da die Leute dort sehr offen, hilfsbereit und freundlich sind, ich eine Menge an Erfahrung sammeln konnte und mal einen etwas anderen Alltag kennenlernen durfte. Nicht ganz so einfach war es, sich mit den Leuten, auf Holländisch, zu unterhalten. Aus dem Auslandspraktikum konnte ich dennoch verschiedene Eindrücke und Erfahrungen, unterschiedliche Arbeitsalltage und ein wenig Sprache mitnehmen.“ (Daniela)

Am Ende vermissten alle die Kinder!

J. Reppe, Juni 2016

 

 

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© 2016 J. Reppe, August-Sander-Schule