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August Sander: Junge Mutter, bürgerlich, 1926

Mir gefällt das Foto sehr gut, weil die Mutter mit dem Kind glücklich aussieht.

Das Foto erinnert mich ein bisschen an mich selbst und meinen Sohn. Ich bin auch eine junge Mutter, mein Sohn ist eineinhalb Jahre alt. Manchmal sitze ich auch so da, beobachte ihn und denke, dass es ein kleines Wunder ist, wie so ein kleiner süßer Mensch entsteht. Er ist unschuldig und man muss ihn beschützen.

Die junge Mutter auf dem Foto sieht zwar glücklich aus, hat aber auch irgendwie einen nachdenklichen oder sogar traurigen Ausdruck im Gesicht. Sie hat zwar keine Geldsorgen, denke ich, weil sie „bürgerlich" ist, aber vielleicht arbeitet der Mann oder der Vater des Kindes viel, und sie sehen sich nicht so oft. So ist es bei mir, mit dem Unterschied, dass wir nicht so viel Geld haben. Was die junge Mutter wirklich denkt, kann man dem Gesicht nicht ablesen. So wie das Baby lächelt, ist es glücklich und unbeschwert.

Janine, BQ 66

 

 

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August Sander: Revolutionäre [Alois Lindner,
Erich Mühsam, Guido Kopp], 1929

Als ich dieses Foto gesehen habe, habe ich sofort Erich Mühsam darauf erkannt. Er ist der mittlere von den drei Männern. Ein Foto von Erich Mühsam habe ich zum ersten Mal auf einer Demonstration zu seinem Todestag gesehen. Da wurden Broschüren über ihn verteilt. Von daher weiß ich, dass Erich Mühsam Schriftsteller war. Er hat auch als Journalist Artikel geschrieben. Er war Revolutionär. Er wollte die Welt verändern.

1933 ist Erich Mühsam mit anderen Schriftstellern von den Nazis verhaftet worden. Er wurde im KZ Sachsenhausen in Oranienburg umgebracht.

Auf dem Foto sieht er sehr ernst und nachdenklich aus, teilweise sogar misstrauisch. Erich Mühsam und seine Freunde auf dem Foto tragen alle eine Nickelbrille. Dadurch sehen sie aus, als ob sie viel denken, nicht nach körperlicher Arbeit. Sie tragen typische Alltagskleidung. Nur Erich Mühsam trägt eine Krawatte. Vielleicht wollen sie so normal aussehen wie alle. Heute wollen sich viele Schriftsteller in der Kleidung bewusst von anderen absetzen. Alle drei machen ein ernstes Gesicht, als sie fotografiert werden.

Tobias, BQ 66 e

 

 

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August Sander: Bauer beim Säen, 1952

Das Foto erinnert mich an das, was mir meine Oma erzählt hat, wie die Bauern früher arbeiteten, als sie in der Nähe von Küstrin lebte.

Der Bauer auf dem Foto wurde während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland fotografiert. Die Bauern waren arm, aber froh, dass sie ein bisschen Acker hatten. Es war schwer, woanders Arbeit zu finden. Da mussten sie auf dem Feld arbeiten und mit der Hand den Samen ausstreuen. Die Bauern hatten früher keine Maschinen wie heute. Sie waren froh, dass sie etwas hatten, anderen ging es schlechter.

Heute gibt es nicht mehr so viele Bauern. Aber es ist immer noch schwere körperliche Arbeit, auch wenn man moderne Maschinen hat.

Vicky, BQ 66e