13-asa3-37-2

August Sander: Zirkusartistin, 1926-1932

Wenn ich dieses Foto ansehe, muss ich an die Türkei denken und höre dabei im Kopf die Melodie von türkischer Musik. Denn dieses Kostüm, das die Frau trägt, sieht so orientalisch aus.

Ich glaube, dass diese Frau ihren Traum lebt. So selbstbewusst wie sie ihr Kostüm trägt, so stolz wie sie den Schmuck präsentiert, der nicht unbedingt zu einer Artistin gehört, zeigt mir, dass sie diese Sachen gerne trägt.

Sie macht einen romantischen Eindruck auf mich, der bestimmt mit ihren Vorführkünsten zusammen hängt. Die Hand, die den Perlenschmuck hält, drückt Eleganz aus.

Heutzutage sehen Artisten etwas anders aus. Die Kostüme sind meistens freizügiger, um die Zuschauer anzulocken, die Gesichter stärker geschminkt, um aufzufallen.

Für mich wäre dieses Zirkusleben nichts, ständig von Stadt zu Stadt, von Land zu Land zu reisen. Man lernt zwar Leute kennen, aber man hat nie ein richtiges Zuhause. Ich reise zwar auch gerne, aber ich will mich immer auf zu Hause freuen können.

Aber hin und wieder einen Zirkus zu besuchen finde ich sehr schön.

Sarah, BQ 66 e

 

 

14-asa3-20-6

August Sander: Zöllner, 1929

Das Foto gefällt mir, weil die beiden wie 'Dick' und 'Doof' aussehen.

Der Gesichtsausdruck der Männer sagt mir, dass sie von der Arbeit abgehalten wurden und jetzt leicht sauer sind. Außerdem denken sie wohl gerade: 'Warum werden wir eigentlich fotografiert? Wir sind doch nur einfache Zöllner'. Dafür müssen sie auch noch so lange stehen. Aber ein bisschen stolz sind sie doch.

Die Arbeit hat sie geprägt. Sie müssen immer wachsam und ruhig sein. Die beiden sehen etwas gestresst aus.

Heutzutage haben die Zöllner andere Uniformen, und sie haben ein Zollhäuschen, wo sie sitzen und sich mal ausruhen können.

Rene W., BQ 66

 

Die aufgeführten Texte wurden von unseren Schülern in den letzten Jahren erstellt, einige wurden bereits auf der Namensgebungsfeier am 24. November 2004 vorgetragen.

Bildnachweis
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, 2013