„LOVEAT" – ein internationales Jugendtreffen in Polen

Vom 04.11. bis zum 11.11.2012 konnte eine Reisegruppe der August-Sander-Schule (SchülerInnen der SozAss-Klassen 11 und 12 sowie der BQ ZaH) an dem internationalen Jugendtreffen „LOVEAT" in Polen teilnehmen.

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Mit dem von der polnischen Stiftung Happy Childhood und dem deutsch-polnischen Jugendwerk organisierten Treffen zu kulturellen sowie speziell kulinarischen Themen bot sich unserer Schule eine spontane Möglichkeit, gemeinsam mit einer polnischen und einer ukrainischen Jugendgruppe an einem ambitionierten Austauschprogramm teilzunehmen. Diese wurde von allen Teilnehmenden (sowie der Schulleitung und den Reise leitenden Kolleginnen) voll genutzt.

Die Fahrt stellte von Beginn an ein Abenteuer für alle Teilnehmenden dar, da sowohl die Veranstalter und der Ort weit im Osten Polens als auch die Gruppe relativ unbekannt war. Der hohe Anspruch des Vorhabens wurde jedoch schon im Voraus deutlich, nicht zuletzt durch ein umfangreiches Programm, das wir von der Happy Childhood Foundation übermittelt bekamen und das vielfältige Workshops und diverse Eigenleistungen der verschiedenen Ländergruppen verhieß. Viel Anlass also, sich vorbereitend zu treffen!

Schon dabei stellte sich heraus, dass hier eine selbstbewusste und abenteuerlustige Gruppe zusammengefunden hatte, die sich mit viel Spaß und Engagement daranmachte, die vorgegebenen Beiträge zu gestalten: einen german culture evening und ein german dinner inklusive eines anzuleitenden Kochworkshops.

Nach einem etwas schwierigen Start am Sonntag Abend nach anstrengender Bahnfahrt („Wie kommen wir wieder zum Bahnhof?" „Ich bleib hier nicht." „Wo können wir denn unsere Sachen einschließen?"...) konnten die Organisatoren gleich am Montag ihr Talent beweisen, Jugendliche zusammenzuführen. Bei verschiedenen Integrations- und Sprachspielen kam man sich schnell näher, lernte auch die gegenseitigen Sprachen ein bisschen kennen und schon am Nachmittag beim Pizza-backen wurden die ersten Freundschaftsanfragen bestätigt. Und zur ersten „Expedition" zum kilometerweit entfernten Kiosk machte sich schließlich eine multinationale Gruppe auf den Weg.

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Auch eigenverantwortlich betrieben die Jugendlichen soziale Integration, und die nächtliche Aktivität sowie der sich immer deutlicher zeigende Schlafmangel bewiesen dies eindrucksvoll. Ein Tag stand dann ganz im Zeichen Polens. Nachdem unsere Unterkunft sich im idyllisch-ländlichen Nirgendwo befand, wurden nun die Städte Samocz und Lublin erkundet, ebenfalls auf den Spuren kulinarischer Eigenheiten: Die Jugendlichen interviewten Einheimische und suchten traditionelle Restaurants.

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Abgerundet wurde der Tag schließlich von einem sehr informativen polish culture evening inklusive eines ausgelassenen Polonaise-Tanzkurses. Neben den zahlreichen Back- und Kochworkshops, in denen die Jugendlichen eigenständig traditionelle Speisen herstellten und verköstigten, wurde auch viel getanzt. Es gab landestypische Tänze, aber auch individuelle Leidenschaften der Teilnehmenden auszuprobieren und zu bestaunen, u.a. Salsa und einen spontanen Dance-Battle. Außerdem wurden LiveActionRolePlay und Theaterworkshops angeboten, und nicht zuletzt die Beiträge der Jugendlichen. Sie präsentierten ihre ausgewählten Speisen und richteten jeweils einen kulturellen Abend aus.

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Der Beitrag unserer Gruppe stach hierbei besonders hervor: Die Jugendlichen hatten sich einem sehr persönlichen Kulturbegriff genähert und individuelle Beiträge zu einem bunten und vielschichtigen Programm zusammengestellt. Eingeleitet von einem aktuell sehr bekannten Lied über Berlin („Lila Wolken") präsentierten Kim und Katharina einen eigenen Kurzfilm (Berlin Tag & Nacht), Manuel einen Beitrag über das Berlinern, Kim, Frau Otten und Frau Kunzmann verschiedene deutsche Dialekte, Mario, Jannis und Nikola eine Photoshow, Franziska und Nora deutsche Zungenbrecher und Jannis stellte außerdem seinen Lieblingsverein Hertha BSC vor. Alle gemeinsam führten dann die große Gruppe durch ein Sprachspiel, in welchem die polnischen und ukrainischen Jugendlichen ihre Alltagskultur in deutschen Sätzen beschreiben sollten. Auch hier wurde als Abschluss ausgelassen getanzt und zudem bekam jede/r der anderen Jugendlichen ein Geschenk (und wir bekamen alle sehr viel Lob zu hören :)

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So ging die Woche schnell und laut vorüber; und in der Reflexion vor Ort, die die Jugendlichen selbst verfassten, wurde schon deutlich, was auch heute noch spürbar ist: Wir erlebten dort eine sehr intensive Zeit mit Menschen, die bleibende Eindrücke hinterlassen haben, bekamen neue Impulse und Ideen und sind in vielerlei Hinsicht über uns hinausgewachsen. Auch der Koordinator Andrey Smyk (HCF) bemerkte das Besondere dieser Woche: „...the best project of this year".

Als dann schließlich das festliche Abschiedsessen, die Geschenkeübergabe und die ausgelassene Party am Samstag Abend vorüber waren, wurde der Abschied emotional und ein baldiges Wiedertreffen heraufbeschworen. Angesichts der schönen Zeit und der intensiven Arbeit, die wir dort alle verbringen und leisten konnten, ist dies mehr als wahrscheinlich. Die HCF wird als Kooperationspartner unserer Schule verschiedene Projekte mit uns anbieten bzw. durchführen können; auf das nächste LOVEAT kann sich also schon gefreut werden!

Fotos und Text: Tanja Kunzmann

 

Über die Happy Childhood Foundation

(polnisch: Fundacja Szczęśliwe Dzieciństwo)

logofsdThe International Relations Department of the Happy Childhood Foundation was established in 1994. Yearly, we carry out about 30 projects within the frames of the Polish-German Youth Cooperation, the Youth in Action Programme, the Visegrad Fund and the Polish-Lithuanian Youth Exchange Fund. The projects encompass among others: trainings, youth programmes, the European voluntary service and meetings of the representatives of organizations active in the same field.

The training courses are aimed at future multipliers of youth exchanges as well as translators of international meetings. The youth meetings organized by the Foundation usually take place at the educational centre in Motycz Lesny. To them belong: the summer recreational programme, the voluntary programme on Santa Nicholas' Day, the musical New Year programme and the programme for choirs.

Besides, every year a specialist Polish-German-Ukrainian programme – the Forum "Easier together"- is organized. It was launched in 2001 under the auspices of the Polish-German Youth Cooperation by the Happy Childhood Foundation in Lublin, the Society of the Pupil's Rights and Dignity Protection "Fortress" in Tarnopil and the Organisation Schabernack in Gustrow.

Last but not least, we contribute to the development of the European voluntary service through hosting volunteers from other countries and providing them with an opportunity to gain new experience and take their first steps in the world of voluntary work.